08.10.2014
Zertifikatskurs Gewerkschaftsmanagment
1.      Modul 05.-09.12.2013:

Beim Mittagessen lernen wir Teilnehmer uns kennen. Insgesamt sind wir 12 Leute aus den verschiedenen Fachgewerkschaften des DBB.

 
Danach geht es los, eine kurze Vorstellungsrunde und etwas zum organisatorischem Ablauf.

Dann die Mitteilung, dass das Kolloquium in diesem Jahr umgestellt wird und wir der erste Kurs sind, der eine Hausarbeit anfertigt und diese vorstellt.

Die Aufgabe, jeder soll sich eine gewerkschaftliche Problemstellung aussuchen und darüber schreiben. Die Ausarbeitung soll 5-9 Seiten umfassen. 

 

Dann geht es mit dem ersten Thema „Gesellschaftliche Veränderungen und Rückwirkungen auf gewerkschaftliche Interessen“ in den ersten inhaltlichen Teil des Moduls.

Es geht u.a. darum, den gesellschaftlichen Stellenwert einer Gewerkschaft einzuordnen. 

Auch was wir für Erwartungen als Gewerkschaft haben und was unsere Mitglieder an Erwartungen an uns (als Gewerkschaft) haben.  Unterm Strich bedeutet dies für uns jede Menge interne und externe Aufgaben, die wir bewältigen müssen. Das sind unsere täglichen Herausforderungen in der Gewerkschaftsarbeit.

Mitgliederwerbung-und -betreuung, Interessenvertretung, Lobby-Arbeit gegenüber der Politik, Öffentlichkeitsarbeit nach innen und außen usw. sind nur einige wenige davon.

Ich lerne und nehme aus diesem ersten Vortrag mit, dass wir als Gewerkschaft  agieren müssen, anstatt zu reagieren. Ziele müssen immer neu definiert und auf den Prüfstand gestellt werden.

Zum Abschluss des ersten Tages folgt ein interessanter Vortrag über die Geschichte des DBB.

 

Der zweite Tag beginnt  mit dem Thema“ Gewerkschaft als Gesellschaftsfaktor und Dienstleistungsunternehmen“. Joachim Lautensack (Vorsitzender der DPOLG in Baden-Württemberg) hält einen lebhaften Vortrag, was man als Gewerkschaft alles machen muss und was man machen kann. 

Wie man seine Gewerkschaft als Marke etabliert und wie man seinen Mitgliedern vermittelt, dass man als Gewerkschaft wesentlich mehr zu bieten hat als Rechtsschutz und ein Versicherungspaket. Jeder von uns zieht sich aus diesem Vortrag Ideen, die er in seiner Fachgewerkschaft umsetzten möchte und jeder von uns nimmt aus diesem Vortrag mit, dass man als Gewerkschaft so viel machen kann und unseren Ideen keine Grenzen gesetzt sind.

                                                                                                                                            

Danach hält Willi Russ einen Vortrag über Gewerkschaftsmanagment. Ziele Aufgaben und Grundsätze werden uns vermittelt. Zudem gibt er einen Einblick in den Ablauf von Tarifverhandlungen.

                                                                                                                   

Führen in einer modernen Gewerkschaft ist ein unglaublich wichtiges Thema. Man muss die eigene Rolle wahrnehmen, managen, reflektieren und andere mitnehmen. Das Thema wird an einem Nachmittag behandelt und schnell wird uns allen klar, man bräuchte mehr Zeit für das Thema.

Wir beschließen, dass wir alle das Wahlpflichtmodul „Führen in einer modernen Gewerkschaft“ in Fulda besuchen werden. 

 

Dann erfolgt eine erste Einweisung in das Abschlusskolloquium. Die Struktur der Hausarbeit wird uns vorgestellt. Ich habe mein Thema bereits gefunden „Reaktivierung einer gewerkschaftlichen Hochburg“. Ich orientiere mich dabei an meinem Regionalverband. 

 

Am nächsten Tag heißt es dann „Menschen gewinnen und überzeugen (vor großen Gruppen)“.

Dr. Werner Dieball (Kommunikationstrainer) führt uns dabei eine Menge Techniken vor und gibt uns viele Tipps und Tricks, für das Halten von Reden. Dieses wird insbesondere für Personal- und Mitgliederversammlungen aber auch für Gewerkschaftstage hilfreich sein.

Dann erfolgt unser erster Auftritt vor der Kamera. Im Laufe des Tages machen wir mehrere Übungen und mit jeder Übung bekomme ich mehr Routine. Am Anfang ist es ungewohnt vor einer Kamera zu stehen und sich danach selbst zu sehen. Aber man erkennt schnell Fortschritte. 

Ich persönlich habe sehr viel aus diesem Vortrag mitgenommen und meine ersten Kameraerfahrungen sammeln können.

 

Den Abschluss des ersten Moduls bildet das Thema Verhandlungsführung. 

Wir lernen, dass in Deutschland das Thema Verhandlungen noch nicht so fokussiert wird. 

Obwohl man sich im täglichen Leben ständig (meist ganz unbewusst) in Verhandlungen befindet. In Verhandlungen kann man viel erreichen und Ergebnisse erzielen, die für beide Seiten zufriedenstellend sind.

Die ersten Rollenspiele werden simuliert und dabei lernen wir immer neue Aspekte, die es zu beachten gilt. Im nächsten Modul werden wir auf das Thema Verhandlungen noch einmal zurückkommen.

 

2.Modul:13.03.-17.03.2014:

Das zweite Modul beginnt mit der Einweisung in das Abschlusskolloquium. 

 

Danach folgen 1,5 Tage „Rechtliche Rahmenbedingungen in der Gewerkschaftsarbeit“.

Heiko Klages von der K2 Verbandsberatung aus Hamburg macht uns fit in Sachen Satzungen, Gewerkschaftstage, Vorstandsbeschlüsse, Rechnungsprüfung und weist uns auf Stolpersteine hin. Viel Neues und Wissenswertes bekommen wir vermittelt. Man sollte regelmäßig in seine Satzung schauen und auch damit arbeiten, denn dies kann jede Menge Ärger ersparen. Bisher hatte ich noch nicht viel mit dem Thema Satzung zu tun, trotzdem nehme ich ganz viel mit.

 

Nächster  Themenblock ist das gewerkschaftliche Lobbying. Für uns als Gewerkschaft und gewerkschaftlicher Dachverband ist Lobbyarbeit unverzichtbar. In Zeiten, in denen es um Themen wie Tarifeinheit, Stellenabbau, Umstrukturierungen, Gebietsreformen, Übertragung von Tarifergebnissen auf die Beamten geht, wäre es fahrlässig keinen Kontakt zur Politik aufzunehmen und die Interessen unserer Mitglieder direkt bei Entscheidungsträgern zu vertreten.

 

Der Tag schließt ab mit „Fitness-Allround“. Kleine Übungen zur Entspannung und Fitness stehen an.

 

Am nächsten Vormittag präsentiert jeder zum ersten Mal seine Hausarbeit. Das Ganze ist eine erste Simulation für das Kolloquium. 

Jeder bekommt danach ein Feedback, welches bereits jetzt schon durchweg positiv ausfällt. Es gibt nur noch Kleinigkeiten zu verbessern.

 

Nachmittags geht es um das Thema Öffentlichkeitsarbeit. Man kann so vieles machen, um seine Meinung oder Ansichten als Gewerkschaft nach außen zu tragen. Homepage, Verbandszeitschrift aber auch die sozialen Medien gehören mittlerweile zur Standard- Ausrüstung. 

Darüber hinaus geht es darum, Kontakte zu Journalisten und zur Presse aufzubauen und Pressemitteilungen zu schreiben.

Interne und externe Kommunikation in einer Gewerkschaft ist ganz wichtig und man muss ständig mit der Zeit gehen und am Ball bleiben.

 

Am nächsten Tag geht es an den zweiten Teil Verhandlungsführung. Wir tauchen noch ein bisschen tiefer in die Kunst des Verhandelns ein. Wieder führen wir Rollenspiele durch und analysieren diese anschließend.

 

Den Abschluss dieses Moduls bildet das Thema Moderne Umgangsformen. Hier lernen wir, was wir bei festlichen Anlässen anziehen können, was gar nicht geht, den richtigen Händedruck, das richtige Speisen u.v.m.

 

3.Modul (20.06-23.06.2014)

Start des dritten und letzten Moduls dieses Kurses. Es beginnt mit der Vorbereitung und Durchführung von Personalratswahlen. Für mich ein unglaublich interessantes Thema, da ich bisher kaum Berührungspunkte mit der Durchführung von Wahlen hatte. Rechtzeitige und gute Vorbereitung ist alles. Auch sollte man solche Wahlen als Gewerkschaft nie unterschätzen und auf die leichte Schulter nehmen.

 

Die letzten 1,5 Tage vor dem Abschlusskolloqium bekommen wir ein Medientraining verpasst. Radio und Fernsehinterviews werden ausführlich geübt. Es ist immer noch ungewohnt sich selbst auf dem Bildschirm zu sehen oder vom Tonband zu hören. Aber mit jeder Übung wird man sicherer und bekommt ein besseres Gefühl für das jeweilige Medium.

 

Nach dem Medientraining haben wir einen halben Tag Zeit, um uns auf das Kolloquium vorzubereiten. Das Flip Chart wird überarbeitet, die eigene Hausarbeit studiert. Es bilden sich Lerngruppen, die Präsentationen schon mal abgehalten, die Zeit mitgestoppt, um ein Gefühl für die Dauer des eigenen Vortrages zu bekommen. 

Am nächsten Tag bin ich der erste, der seine Hausarbeit vorstellen darf. Ich fühle mich gut vorbereitet und bin positiver Dinge.

 

Der Tag, auf den wir hingearbeitet haben ist gekommen, heute ist der Tag der Entscheidung. Natürlich bin ich nervös, es wäre auch schlimm würde ich das nicht sein. Willi Russ als Vorsitzender der Prüfungskommission holt mich ab. Nach kurzer Vorstellung geht es dann auch los. 

Kurz, knackig und bildhaft trage ich mein Thema „Reaktivierung einer gewerkschaftlichen Hochburg“ vor und beantworte die dazu gestellten Fragen. Dann ist es auch schon vorbei und es heißt warten. 

Gegen 12:30 Uhr kommt dann die Nachricht, dass wir alle bestanden haben. 

Feierlich werden uns das Zertifikat und die Nadel der Akademie verliehen. Nach kurzen Feierlichkeiten heißt es für mich und ein paar anderen auch schon Abschied nehmen, es geht nach Hause als fertiger Gewerkschaftsmanager. 

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